Was ist Securitization?
Securitization bezieht sich auf den Prozess, in welchem Finanzinstitute verschiedene Arten von vertraglichen Schulden – wie Hypotheken, Kreditkartenforderungen oder Autofinanzierungen – bündeln und diese dann in Wertpapiere umwandeln, die an Investoren verkauft werden. Dieser Vorgang verwandelt also nicht flüssige Vermögenswerte in handelbare Wertpapiere.
Warum ist Securitization wichtig?
Securitization bietet Banken und anderen Kreditgebern die Möglichkeit, ihr Risiko zu streuen. Statt Kredite langfristig in den eigenen Büchern zu halten, ermöglicht es ihnen, einen Teil der möglichen Risiken an Investoren weiterzugeben. Diese Praxis kann auch dazu beitragen, dass mehr Kapital für weitere Kreditvergaben zur Verfügung steht. Für Investoren ermöglicht Securitization, in Forderungen zu investieren und dadurch von den Zinszahlungen zu profitieren.
Wie funktioniert Securitization?
Der Prozess beginnt, wenn Kreditgeber diverse Kredite sammeln, die ähnliche Eigenschaften haben. Diese Kollektion nennt man einen Pool. Anschließend gründet das Finanzinstitut ein separates rechtliches Gebilde, eine sogenannte Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle - SPV), an die die Forderungen verkauft werden. Die SPV finanziert den Kauf, indem sie Wertpapiere ausgibt, die gegen den Forderungspool gesichert sind. Diese Wertpapiere werden dann an Investoren verkauft, die im Austausch für ihr Kapital Zinsen erhalten. Sobald die ursprünglichen Schuldner ihre Kredite zurückzahlen, werden diese Zahlungen an die Investoren weitergeleitet.
Vorteile und Risiken der Securitization
Die Vorteile der Securitization liegen klar auf der Hand: Kreditinstitute können Liquidität erhöhen, das Risiko einer Kreditvergabe teilen und ihre Bilanzen entlasten. Allerdings birgt das Verfahren auch Risiken. Wenn die Schuldner nicht zahlen können, kann der Wert der Wertpapiere einbrechen und zu Verlusten bei den Investoren führen. Zudem kann eine zu aggressive Kreditvergabe, mit dem Ziel, diese zu verbriefen und weiterzuverkaufen, die Kreditstandards senken und das System als Ganzes destabilisieren.
Securitization und die Finanzkrise 2007/2008
In den Jahren vor der Finanzkrise 2007/2008 führte eine umfangreiche Securitization von schlecht gesicherten Hypothekenkrediten, auch bekannt als Subprime-Hypotheken, zu großen Problemen. Als viele Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, verloren die verbrieften Wertpapiere stark an Wert. Die daraus resultierende Krise offenbarte die Risiken von Securitization, insbesondere wenn sie mit nachlässiger Kreditvergabe kombiniert wird.
Zusammenfassung
Securitization ist ein komplexer, aber entscheidender Bestandteil des modernen Finanzwesens. Sie ermöglicht es, Kreditrisiken anders zu managen und Investoren vielfältige Anlagemöglichkeiten zu bieten. Trotz der damit verbundenen Risiken, bleibt die Verbriefung ein wichtiges Werkzeug für Banken und Kreditinstitute, wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.