Reservepflicht
Reservepflicht
Die Reservepflicht ist ein Begriff aus dem Bankwesen. Sie beschreibt die Verpflichtung von Kreditinstituten, einen bestimmten Anteil der bei ihnen eingezahlten Kundengelder als Mindestreserve bei der Zentralbank zu hinterlegen. Dieser Vorgang dient der Sicherheit des Bankensystems und soll einen geordneten Geldumlauf gewährleisten.
Die Reservepflicht dient als eine Art Sicherheitsnetz. Sie sorgt dafür, dass Banken auch in Krisenzeiten genügend liquide Mittel zur Verfügung haben. So können sie jederzeit den Anforderungen der Kunden nachkommen, zum Beispiel wenn viele Menschen gleichzeitig Geld abheben wollen. Zudem hilft die Reservepflicht, die Geldmenge zu steuern und Inflation zu vermeiden.
Der Prozentsatz, den Banken als Mindestreserve halten müssen, wird von der Zentralbank festgelegt. Dieser Satz ist abhängig von der Art der Verbindlichkeiten, die die Bank hat. So kann es beispielsweise höhere Anforderungen für kurzfristige Einlagen geben als für langfristige. Die Reservepflicht gilt als wesentliches Instrument der Geldpolitik.
Angenommen, die Zentralbank setzt die Reservequote auf 2% der Kundeneinlagen fest. Eine Bank, die eine Kundeinnlage von 1.000.000 Euro verwaltet, muss dann 20.000 Euro bei der Zentralbank parken. Diese Summe steht der Bank für das alltägliche Geschäft, etwa Kreditvergaben, nicht zur Verfügung.
Wenn eine Bank die erforderliche Mindestreserve nicht hält, kann dies zu Sanktionen führen. Diese reichen von Strafzinsen über die Erhöhung der Reservepflicht bis hin zu strikteren regulativen Auflagen. Es liegt also im Interesse der Banken, die Vorgaben der Zentralbank zu erfüllen.
Was ist Reservepflicht?
Warum ist die Reservepflicht wichtig?
Wie wird die Reservepflicht definiert?
Beispiel für die Anwendung der Reservepflicht
Was passiert bei Nicht-Erfüllung der Reservepflicht?